Ernst Moritz Arndt und die politisch korrekte Gehirnwäsche
Vorhin (Mittwoch, 16.03., ca. 23.30 Uhr) war im DeutschlandradioKultur ein Vertreter der Initiative "Uni ohne Arndt" an der Greifswalder Universität. Man faßt es einfach nicht, was dieser Studenten-Milchbubi für einen Unsinn von sich geben darf, Arndt war doch kein Rassist! - Und deshalb ist es richtig, daß die Universität jetzt in einer Abstimmung entschieden hat, sich weiterhin nach diesem großen Mann der deutschen Literatur zu nennen. Eine Zweidrittelmehrheit wäre notwendig gewesen, um den Namen zu streichen, es kam aber noch nicht mal die einfache Mehrheit zustande. - Diese polit. korrekten Gutmenschen sind doch alle bekloppt, demnächst wird man noch Goethe als Rassisten bezeichnen, falls ein Text von ihm auftauchen sollte, wo er vielleicht "Die Juden sind doof" oder so ähnlich geschrieben hat. Arndt war ein leidenschaftlicher Befürworter der deutschen Einigung und einer deutschen Verfassung, wenngleich er Monarchist war. Aber dann bitte auch gleich mal schön alle Bismarckstraßen und Bismarckplätze umbenennen, meine Damen und Herren von "Uni ohne Arndt", Bismarck war nämlich auch Monarchist; hier wird mal wieder mit zweierlei Maß gemessen. Und Arndts antifranzösische Schriften waren gegen die napoleonische Besatzung gerichtet, hätte er den Besatzungstruppen vielleicht noch Blätterteigkuchen vorbeibringen sollen? Hätten wir doch heute Schriftsteller vom Range eines Ernst Moritz Arndt, kann man nur sagen, wenn man ihn auch wirklich mal gelesen hat. Er war ein Patriot im besten Sinne und wenn er das germanische Deutschtum idealisiert hat, dann keineswegs im Sinne der rassistischen Theorien der Nazis, da werfen die Greifswalder Milchbubis mal wieder alles durcheinander, als ob "germanisch" oder "nordisch" per se schon faschistische Begriffe wären. Sie sind BENUTZT und MISSBRAUCHT worden, so wie Nietzsche und seine Philosophie! Aber erzähl das denen mal! Absolut resistent, die übliche Gutmenschen-Gehirnwäsche halt! Wie sagt Werner Enke: Es wird böse enden. Aber ganz böse. Ich weiß. Gehirnwäsche ist ein hartes Wort, früher sprach ich angesichts des hypertrophen bundesdt. Philosemitismus und unkritischer Ausländerfreundlichkeit von Seelenmassage, aber mittlerweile ist es schon noch um einiges deftiger geworden. Ich stelle einfach als Bürger dieses Staates fest, daß es nicht mehr opportun ist, einen Ausländer als Ausländer zu bezeichnen, denn wir sind ja alle eine große Menschheitsfamilie. Auf die Idee, daß dieses gesundbeterische Gutmenschentum nach Strich und Faden ausgenutzt wird wie gerade mal wieder von Griechenland, das eine Party auf unsere Kosten feiert, auf die Idee kommt fast niemand, außer vielleicht manche in der sogenannten Provence. Die Quadratur des Kreises stellt sich dann beispielsweise ein, wenn wie vor einiger Zeit Norman Finkelstein in Deutschland sein Buch "Die Holocaust-Industrie" vorstellen will und bemerkt, hier herrsche eine Art von Political Correctness, die es erschwere bis unmöglich mache, seine Thesen, die eines Juden, zu verstehen.
Wir haben halt eine Kombination aus Orwells "1984" und Huxleys "Schöner neuer Welt", die auf ein Viertes Reich mit umgekehrten Vorzeichen hinausläuft, und das trifft früher oder später logischerweise auch die Greifswalder Universität. Was kann sie denn dafür, daß sie ausgerechnet im Jahr 1933 nach Arndt benannt wurde? Die Nazis haben Arndt ebenso benutzt und mißbraucht, wie sie es mit Wagner und Nietzsche taten, die sich auch nicht mehr wehren konnten. Und kommt mir nicht mit Wagners Judenkritik, ich kann es nicht mehr hören.
Es ist doch klar, daß sowohl Wagner als auch Arndt, wie alle wirklich großen Künstler und Literaten, das Dritte Reich im allgemeinen und die Gaskammern im besonderen aufs Entschiedenste abgelehnt hätten! Bei einem Besuch in Auschwitz hätten sie gerufen: "Wir sind gewiß keine großen Freunde der Juden, aber dieser industriell organisierte Völkermord hier, das geht zu weit! Hört auf damit, das ist einer Kulturnation nicht würdig!" Wobei die verbündeten Nationen und Regime von Vichy-Frankreich bis Rumänien, imgrunde sogar einschließlich Japan, fleißig dabei waren, sich am Holocaust mitschuldig zu machen, nebenbei bemerkt; bis 41 auch Rußland. Zugegeben haben dies bis heute nur Frankreich und Belgien.
Aber all das kann man diesen weltfremden Milchbubis ja nicht erläutern. Wie gesagt, Gehirnwäsche, die verstehen nur Bahnhof. Ist halt ein Kreuz, daß die dt. Gründlichkeit immer wieder einen Streit um die Universitätsnamen vom Zaun bricht, anstatt mal etwas fürs Niveau von Lehre und Forschung daselbst zu tun; hier in Köln wollten sie ja die Alma Mater in Rosa-Luxemburg-Universität umtaufen, die damals noch stigmatisiert war, man registrierte nämlich völlig richtig die Äquivalenzen von Kommunismus und Totalitarismus, nur die neunmalklugen 68er nicht. Den klügsten Vorschlag machte damals noch Fritz Teufel, der die Münchner Uni in "Franz-Gans-Universität" umtaufen wollte, also benennen nach dem faulen Knecht von Oma Duck, nach Walt Disneys Oblomow. Das wär´s doch gewesen. (fb)